Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#1 von Phea , 15.11.2014 00:58

Da der Winter in Kanada wieder vor der Tür steht, wollte ich meine Arbeitserfahrungen in der Ölindustrie in Alberta teilen – vielleicht ist es ja eine Option für manche von euch.

Jobbeschreibung:
Ich habe von Dezember 2013 bis April 2014 als Well Testing Operator gearbeitet. Das bedeutet: Man „testet“ Ölbohrungen. Zum Beispiel wie hoch der Gas- und Öl-Anteil während der Bohrungen ist. Oder wie viel Sand mit an die Oberfläche kommt usw.

Man arbeitet in der Regel 12 bis 14 Stunden pro Tag. 21 Tage am Stück. Entweder Tagschicht (6:00 bis 18:00) oder Nachtschicht (18:00 bis 06:00 Uhr). Dann hat man ein paar Tage frei, ehe man wieder 3 Wochen unterwegs ist. Da die Jobs in der Wildnis sind, schläft man entweder im Hotel oder in einem Öl-Camp.

Dabei arbeitet man ziemlich oft draußen, meistens bei -20 Grad, manchmal bei -40 Grad. Allerdings sitzt man auch oft in beheizten Tanks oder Wohnwagen. Einen Job saß ich tatsächlich drei Wochen lang in einem Wohnwagen und las Bücher und guckte Filme – bezahlt. Aber das ist natürlich nicht immer so.

Die Arbeit ist jedenfalls zu etwa 40% physisch und 60% geistig – was ziemlich gut für Jobs in der Ölindustrie ist. Der körperliche Teil bedeutet Eisenrohre schleppen und zusammenhämmern. Man sollte 40 Kilo heben und schultern können und Ausdauer für das Hämmern haben.

Der geistige Teil ist Werte im Tank ablesen, berechnen und im Auge behalten. Alles mit Grundschulmathe locker zu bewältigen.

Wo sind die Jobs?
Jobs gibt es im zentralen & nördlichen Alberta überall. Ich habe in Grande Prairie gearbeitet. Andere Zentren sind zum Beispiel Red Deer oder Fort Mc. Murray. Die Haupstsaison, wo praktisch jede Firma neue Leute braucht, ist von Dezember bis Mitte April.

Wie bewerben?
Um euch als „Well Tester“ zu bewerben, braucht ihr zwei Zertifikate. „H2S“ – ein Kurs über die Gefahren von Schwefelgas bei den Bohrungen. Und „First Aid“ (Zweitageskurs), also klassische Erste Hilfe.

Beide Kosten jeweils zwischen 100 und 150 Dollar und dauern einen Tag (H2S) bzw. zwei Tage (First Aid) und können überall (zum Beispiel an Community Colleges) absolviert werden. Es gibt jeweils einen schriftlichen Test, der aber wirklich extrem einfach ist, wenn man im Unterricht aufpasst.

Mit beiden Zertifikaten in der Tasche kann man sich bewerben. Bei Kijiji gab es fast jeden Tag neue Jobs für „Well Tester“ – meinen Job hab ich jedoch durch eine Initiativbewerbung bekommen.

Sollte man euch zum Vorstellungsgespräch einladen, müsst ihr einen Drogentest bestehen. Außerdem gibt es manchmal Fitness-Tests, bei denen ihr Gewichte (rund 45 Kilo) herumtragen müsst, mit Zeitlimit – wenn man nicht fit ist, kann das schwierig sein.

Solltet ihr einen Job bekommen müsst ihr euch noch Schuhe zulegen. Diese müssen Säurefest sein und isoliert (meine waren bis -100° C ausgelegt, haha). Außerdem ist eine feuerfeste Mütze nicht schlecht. Den Rest (Overall, Handschuhe, Schutzhelm, Schutzbrille) stellt die Firma.

Die Schuhe kosten etwa 200$, die Mütze 30$. Insgesamt braucht ihr also Startkapital von rund 500$ (die ihr nach zwei Tagen Arbeit wieder drin habt).

Was verdient man?
Man wird pro Tag bezahlt. Mein „Sold“ lag im besten Fall bei 200$ Grundprämie + 50$ Verpflegung + 30$ Bonus = also 280$ (brutto) am Tag.

Verpflegung gibt es aber nur, wenn ihr nicht in einem Camp mit Koch übernachtet (was aber eher selten ist, meistens schläft man im Hotel) und den Bonus gibt es je nach Größe der Jobs.

Alles in allem verdiente ich mindestens 4000$ im Monat, meistens um die 5000$, manchmal sogar 6000$.

Zum Vergleich: Meine Freundin verdiente bei Walmart in Grande Prairie 13,80$ pro Stunde also = 110$ (brutto) pro Tag.

Was erwartet einen?
Die Ölindustrie ist ein raues Pflaster. Man verdient unglaublich viel, aber dafür ist man nie „zu Hause“ (vernachlässigbar als Backpacker), arbeitet sehr viel und unter extremen Bedingungen.

Die Arbeit kann bei „sauren“ Bohrungen, wo Schwefelwasserstoff-Gase präsent sind, gefährlich sein. Jedes Jahr gibt es auch Tote in der Ölindustrie. Ich fühlte mich auch einige Mal unwohl – z. B. Chemikalien abbekommen oder Gas eingeatmet. Wirklich gefährliche Situationen wurden allerdings immer von meinem Supervisor übernommen.

Insgesamt würde ich „Well Testing“ auf einer Gefährlichkeitsskala von 1 bis 10 (wobei 1 Büroarbeit ist und 10 Bombenentschärfen) bei 6 einordnen.

Neben der Gefahr ist es kalt, es gibt sehr viele Fachworte, die man lernen muss (nach einem Monat wird es besser) und manchmal sehr unangenehme Kollegen.

Als „Well Tester“ arbeitet man fast immer zu Zweit oder zu Dritt. Dass heißt, es gibt euch und einen Supervisor, der die Verantwortung trägt und euch einlernt. Manchmal gibt es auch einen zweiten Operator (je nach Jobgröße). Beide sind euch vorgesetzt.

Das Problem: Da man überhaupt keine Ausbildung braucht, sind extrem viele Unterschichtler in der Ölindustrie unterwegs. Vorstrafen sind normal, Drogenprobleme auch und die Umgangsformen dementsprechend.

Meine Erfahrung war: Wenn man nett ist und gute Arbeit macht, sind die meisten Kollegen auszuhalten (mal abgesehen von politischen und anderen Meinungen). Wer da noch mehr wissen will, kann hier gerne meinen Blogbericht lesen.

Fazit:
Wer über den Winter einen Job sucht, der wesentlich mehr Geld bringt als Mindestlohn-Kellnern und dazu noch eine „abenteuerliche Erfahrung“ machen will – der sollte die Ölindustrie in Alberta ausprobieren.

Solltet jemand noch weitere Fragen haben:
phea@gmx.de

Liebe Grüße,
Robert

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#2 von PseudoDoc , 19.11.2014 20:39

Moin Robert!

Habe auch vor gegen Ende November mal nach oben zu fahren und versuchen mir einen Job zu ergattern. Ein par Fragen habe ich doch noch. Arbeitet man immer für die selbe Firma? Wird man vom Arbeitgeber ausreichend versichert sollte etwas passieren? Ist es ratsam sich gleich als Well Testing Operator oder Leasehand bewerben oder einfach sagen dass man einen Entry Level Job haben will? Braucht man ein Auto da die meisten Firmen irgendwo in der Pampa liegen oder ist es auch ohne zu schaffen?

Vielen Dank für deinen Beitrag, hat mir echt geholfen!

Grüße,
Jonas

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#3 von Phea , 20.11.2014 23:59

Hallo Jonas,

1) ich habe die ganzen fünf Monate für die gleiche Firma gearbeitet. Es gibt jedoch viele Leute, die ständig die Firmen wechseln, wenn es ihnen nicht gefällt.

2) Du bist ganz normal wie jeder andere Kanadier versichert, solltest du ein Arbeitsvisum haben. Trotzdem solltest du das beim Vorstellungsgespräch evtl. ansprechen, um sicher zu gehen und Missverständnisse zu vermeiden.

3) Ich hab mich immer direkt auf den exakten Namen der Position in der Job-Offer beworben, allerdings in meinen Coverletter angegeben, dass ich auch für andere Entry-Level-Jobs zur Verfügung stehe. Meine Erfahrung: Je präziser die Bewerbung auf einen genaue Stelle ist, desto besser deine Chancen. Wenn du willst, kann ich dir mein Resume schicken.

4) Es ist ohne Auto zu schaffen, aber es wird definitiv nervig. Alleine die Bewerbungsunterlagen persönlich einzureichen, bzw. zum Vorstellungsgespräch zu kommen, wird schwierig. Da es sehr kalt ist und die Offices meist irgendwo am Stadtrand liegen.
Ansonsten: Für die Jobs holt dich dein Vorgesetzter pesönlich von zu Hause ab, also dafür brauchst du kein Auto.

Wenn du noch mehr Fragen hast, raus damit!
liebe Grüße,
Robert

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#4 von PseudoDoc , 21.11.2014 19:02

Moin Robert,

Ich hätte da noch ein par Fragen.

1) Wie lange hast du gebraucht bis du deinen Job bekommen hast?

2) Hast du dich erstmal in einem Hostel eingenistet oder bei irgendwem gewohnt? Haben du und deine Freundin euch zusammen eine Wohnung gemietet?

3) I mach mir ein bisschen Sorgen wegen des Rumschleppens, bin eigentlich nicht grad der Stärkste (70kg auf 190cm). Wie oft und wie weit muss man Sachen tragen? Gab es auch eher schmächtige Typen bei dir?

4) Wie sah denn so ein normaler Arbeitstag aus?

5) Hattet ihr ein Auto?

Wäre cool wenn du mir dein Resume schicken könntest, würde mir richtig helfen!
Grüße,
Jonas

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#5 von Phea , 26.11.2014 21:31

Hi Jonas,

1) Ich habe rund 4 Wochen gebraucht bis ich einen Job gefunden hab. Davon war allerdings eine Woche schon sich in der Ölindustrie einfinden - also wie heißen Entry-Level-Jobs, wo gibt es überhaupt Jobs, was braucht man etc.

Am Anfang hab ich unglaublich viele Bewerbungen als Leasehand für Rigs geschrieben, aber da hat sich nie irgendjemand gemeldet. Deshalb hab ich mich später für Well Testing beworben, wo ich ingesamt relativ schnell 3 Job-Zusagen hatte.

2) Ich reise mit einem Wohnmobil (in Vancouver gekauft) durch Nordamerika. Wir standen tatsächlich den ganzen Winter auf einem Campground - was auch ein Abenteuer war.

Solltest du übrigens extrem viel arbeiten wollen, gibst du einfach an du wohnst in Victoria oder sonstwo, weit weg, dann zahlt dir die Firma ein Hotel für die freien Tagen zwischen den Arbeitsperioden.

3) Ich bin auch schmächtig (173 cm / 65 kg), aber ich konnte alle Rohre, Tools usw. heben und schleppen außer eine Art von Pipeline die für extremen Druck ausgelegt ist und 70 Kilo wiegt, aber das macht man dann sowieso zu 2. oder zu 3.

In der Regel schleppt man auf 21 Tage Arbeit nur 2 bis 3 Tage die Eisenrohre rum - und zwar wenn der Job beginnt und alles aufgebaut wird, und wenn er zu Ende ist, und man alles wieder einsammelt.

Ich fand das Schleppen anstrengend aber okay, was wirklich brutal ist, ist das Hämmern und zwar stundenlang zum Teil - das geht extrem auf Kraft und Ausdauer. Allerdings wird man wirklich innerhalb kürzester Zeit automatisch kräftiger durch den Job. Mach dir keinen Kopf, so lange du einen Bierkasten auch mal für ein paar Minuten schleppen kannst.

4) Ich hab meistens Nachtschicht gearbeitet.

17:30 Losfahren zum Job
18:00 Safety-Meeting
18:30 Schichtwechsel
19:00 - 00:00 im Tank sitzen und Tests machen
00:00 - 00:30 Mittagspause
00:30 - 04:30 im Tank sitzen und Tests machen
04:30 - 05:00 Office-Trailer sauber machen
05:00 - 06:00 im Tank sitzen und Tests machen
06:30 - Schichtwechsel
07:00 - zurück im Hotel

5) Wie gesagt, wir hatten/haben ein Wohnmobil.

6) Ich schick dir mein Resume die kommenden Tage.

Liebe Grüße,
Robert

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#6 von Roughneck3 , 06.12.2014 22:48

Hallo Robert,

Danke für den super Bericht, habe auch dein Blog gelesen.
Mich reizt es sehr auch Erfahrungen in dieser kernigen Arbeitswelt zu sammeln.
Umgebung, Kollegen, Wetter, Verdienst und harte körperliche Arbeit stehen in krassem Gegensatz
zu meinem Alltag in Deutschland, aber genau das macht den Reiz aus. Geld ansparen, für den weiteren Trip und paar laufende
Kosten in Deutschland zu bedienen.

Ich bin Industriekaufmann, handwerklich geschickt und mit 87kg auf 185cm erkennbar körperlich belastbar.
Haber aber den Großteil meines Berufsleben auf dem Bürostuhl verbracht. Ein starkes Hindernis?
Hast du einen entsprechenden beruflichen Hintergrund?

Die Hauptsaison ist in den Wintermonaten, die anscheinend mit dem Eintreten des Frühlings ihr apruptes Ende findet.
Weisst du etwas bzgl. der Sommermonate? Bzw. vergleichbar bezahlter Arbeit in anderen Funktionen bzw. Branchen?

Einen Wohnwagen sowie ihr hab ich bisland noch nicht in Betracht gezogen. Ein Auto schon eher, allerdings auch nicht mit Begeisterung. In anderen Forenbeiträgen habe ich von günstigen Autopreisen (<1000€) gelesen? Hast du ne Einschätzung hiefür?
Und wie viel müsste man für einen Wohnwagen auf den Tisch legen?

Ich hab gelesen es gebe teilweise Camps. Sind Camps bzw. bezuschusstes Wohnen verbreitet oder eher rar?

Dein Artikel, hat mir sehr gefallen und genau danach habe ich gesucht. Vielen Dank und noch eine schöne weitere Reise wünsch
ich euch. Würde mich freuen, wenn du die Zeit findest meine Frage zu beantworten :).

LG Denis

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#7 von bastigoescanada , 07.12.2014 11:27

Zitat
Einen Wohnwagen sowie ihr hab ich bisland noch nicht in Betracht gezogen. Ein Auto schon eher, allerdings auch nicht mit Begeisterung. In anderen Forenbeiträgen habe ich von günstigen Autopreisen (<1000€) gelesen? Hast du ne Einschätzung hiefür?
Und wie viel müsste man für einen Wohnwagen auf den Tisch legen?


Bin zwar nicht Robert, antworte aber trotzdem mal ;-).

Du kannst durchaus für weniger als 1000$ nen Auto bekommen, allerdings musst du halt auch damit rechnen, dass das Ding Schrott ein kann. Lass dich nicht von den vielen Kilometern abschrecken. Mehr als 200.000 sind keine Seltenheit. Das ist i.d.R. aber kein Problem. Lass am besten einen sog. "Pre-Purchase Check" in einer Werkstatt machen, das kostet um die 100$, die sagen dir dann was damit ist und wenn die Karre von unten total durchgerostet ist, lässt du am besten die Finger davon ;-). Ansonsten bieten hier im Forum ja auch viele ihre Autos an.
Wohnwagen oder Wohnmobil? beim Wohnwagen musst du halt darauf achten, dass das Auto das Ding auch ziehen kann. Gerade durch die Berge wird das sonst ein Problem. Kosten? schau mal bei Craigslist, ich denke auch so um die 1000$. Bei Wohnmobilen darfst du nicht vergessen, dass du die (zumindest in BC) nur als Pleasure Use" nutzen kannst, zur Arbeit damit fahren ist also nicht. Wenn du das doch machst und dabei einen Unfall baust, zahlt die Versicherung nicht und ne Strafe kommt auch noch oben drauf.
Kosten? Je nachdem. Du bekommst welche in gutem Zustand für 5-6k, auch für etwas weniger. Aber auch total kaputte für mehr. Immer darauf achten, dass das Ding trocken ist. Gerade bei Wohnmobilen tropft es gerne an vielen Ecken und Enden. Vergiss den Spritverbrauch nicht. Ich selber hatte einen kleinen Dodge Camper Van Baujahr 84. Spritverbrauch: ca. 18 liter /100km in den Bergen auch gerne mehr. Im Norden der USA sowie in Kanada geht das dann schon mehr ins Geld als wenn du mit einem normalen Van oder nem Auto unterwegs bist.
Und zum Schluss die Versicherung. Melde das Auto irgendwo weiter draußen an, in den Städte ist es recht teuer, BC und Ontario sind am teuersten. Am besten machst du das daher, je nachdem wo du bist außerhalb dieser Provinzen. Ist aber trotzdem teurer als in Deutschland. Zudem muss man je nach Region z.B. Aircare machen lassen (Abgasuntersuchung), einen Security Check, Steuern auf das Auto bezahlen oder einen "Out Of Province Check" wenn das Auto vorher in einer anderen Provinz versichert war. Also immer genau schauen und sich am besten vorher erkundigen was noch so an Kosten dazu kommt.

Hoffe ich konnte dir ein wenig helfen!


visit http://www.bybasti.com - Photography and stuff

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#8 von Phea , 08.12.2014 16:59

Hi Denis,

zu deinen Fragen:

1) ich arbeite hauptberuflich als Journalist, also auch ziemlich Bürostuhlmäßig. Wenn du handwerklich begabt bist, bist du schon wesentlich geeigneter für den Job als ich es je war ;)

2) Die Hauptsaison ist von Dezember bis April. Früher war dann bis Juni für alle Pause. Aber mittlerweile gibt es kein richtiges "Spring Breakup" mehr. Zwar ist die Arbeit im April und Mai weniger, aber es gibt welche, neue Angestellte werden in der Zeit allerdings nicht eingestellt. Ab Juni gibt es dann wieder relativ viele Jobs. Sich bewerben sollte man trotzdem im Winter.

3) Zu kanadischen Autopreisen kann ich dir nicht viel sagen. Unser Wohnmobil (1974, toller Zustand, in Vancouver) kostete uns 4500$. Aber Basti hat Recht, es gibt dabei viel zu beachten. Ich hab dafür noch mal einen anderen Guide geschrieben. Hier:
Erfahrungsbericht / Tipps - Wohnmobilversicherung British Columbia

4) Es gibt zwei Arten von Camps. Normale-Camps, wo man schläft und vollverpflegt wird, und Cowboy-Camps, wo man schläft und sich selbst versorgt. In meinen 4 1/2 Monaten habe ich 10 Tage in einem normalen Camp verbracht und rund 2 Monate in einem Cowboy Camp, den Rest der Zeit im Hotel. Das kann aber je nach Job total variieren.

Also entweder Hotel (Grundgehalt + 50$ Verpflegung), normales Camp (nur Grundgehalt) oder Cowboy-Camp (Grundgehalt + 50$ Verpflegung).

Ich wünsch dir alles Gute!

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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#9 von Viator , 01.11.2016 21:37

Hallo liebe WaTler!
Ich hole mal diesen Beitrag hier aus der Versenkung weil es bei mir im Jan 2017 soweit ist:-D

Meine Freundin und ich wollen ab Januar 2017 einige Monate auf den Oilsands von Alberta arbeiten und freuen uns über aktuelle Tipps, der Beitrag ist ja von 2014...

Ich bin Ingenieur und versuche grade rauszufinden ob es wohl möglich ist da einen etwas anspruchsvolleren job statt „nur“ leasehand zu bekommen. Roberts job mit dem Gas testen geht ja schon in die richtige Richtung, am meisten Interesse hätte ich an der Seismographie oder ähnlichem.
Könnte da was in diese Richtung gehen oder suchen die eben von vornerein nur Handlanger, egal ob Hochgebildet oder Analphabet? Zu schade bin ich mir für keine Arbeit, sehe das auch als ganz neue Erfahrung.

Ist denn grade jemand dort oder plant hinzugehen? Auch sonstige aktuellen Tipps immer gerne her damit!:-)
VG
Simon


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RE: Erfahrungsbericht / Tipps - Ölindustrie Kanada

#10 von CubaLibre1928 , 11.12.2017 10:33

Hallo Simon. Ich werdd diesen Monat auch nach Kanada fliegen. Hast du Erfahrungen machen können? Würde mich sehr über ein paar Tipps und Informationen zur aktuellen Lage freuen.

LG Simon

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